Projekt „Pflegelotsen Dormagen“ sucht Verstärkung

Dieses Thema im Forum "Dormagen" wurde erstellt von Roki Portal Redaktion, 31 Oktober 2019.

  1. 31.10.2019 / 16:41 Uhr — Stadt / bs

    Foto: Stadt Dormagen [​IMG]
    Das Dormagener Pflegelotsen-Team: Ute Felske-Wirtz, Bärbel Breuer, Ingrid Freibeuter, Angelika Schotten, Barbara Kelleher, Heinz Schneider, Monika Steffen-Hartmann, Claus Radke und Dagmar Drossart.
    Die Stadt Dormagen sucht Bürgerinnen und Bürger, die sich als Pflegelotsen um ältere Menschen kümmern. Ziel des Projektes „Pflegelotsen Dormagen“ ist es, Menschen ehrenamtlichen Beistand im Rahmen einer Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) anzubieten. Es ist eine Form der wohnortnahen Nachbarschaftshilfe.
    „Die Hilfen setzen dort an, wo Familien und Nachbarschaftsstrukturen fehlen, auf die sonst im gegenseitigen Miteinander zurückgegriffen werden kann“, sagt Bärbel Breuer, Seniorenbeauftragte der Stadt Dormagen.

    Auf Anfrage besucht der Pflegelotse die pflegebedürftige Person vor dem Termin der Begutachtung durch den MDK, um sich bekannt zu machen und zu erfahren, aufgrund welcher Belange ein Antrag auf Pflegegeldleistung gestellt wurde. In ein- oder zwei Vorgesprächen bespricht der Pflegescout mit dem oder der Pflegebedürftigen, auf was es bei der Begutachtung ankommt. Anhand einer Checkliste wird gemeinsam erarbeitet, welche Unterlagen und Daten bei der Begutachtung vorliegen sollten, zum Beispiel ärztliche Atteste oder eine Liste vorhandener oder benötigter Hilfsmittel.

    Pflegelotsen sind jedoch keine Pflege-Experten oder Berater. Als nicht Betroffene hilft ihnen einerseits die Distanz, die Sachlage der Pflegebedürftigen möglichst objektiv zu betrachten, andererseits verfügen Sie über die erforderliche Empathie. Zudem helfen sie dem Pflegebedürftigen trotz seiner Nervosität, alle wichtigen Informationen zu geben.

    Wer seine Mitmenschen unterstützen und Pflegelotse werden möchte, muss zunächst eine Schulung absolvieren. Durch den MDK erhalten die Lotsen Sachkenntnis über die Arbeitsweise und die Arbeitsgrundlage des MDK und über relevante Fragestellungen, die während einer MDK-Begutachtung von Bedeutung sind. Zudem werden die Pflegescouts durch eine Mitarbeiterin des Augustinushauses über wesentliche Grundsätze zur Pflege informiert.

    „Durch die Schulung lernt der Pflegelotse, sich in den Bedürftigen hineinzuversetzen. Zudem lernen die Ehrenamtlichen Ansprechpartner kennen, die ihnen bei Fragen und Problemen zur Seite stehen. Ergänzend wird den Helfern eine Checkliste an die Hand gegeben, die dabei hilft, die Vorbereitung des Besuchs zu strukturieren“, erläutert Breuer. Regelmäßige Gruppentreffen dienen dem Austausch und werden abwechselnd von den Kooperationspartnern organisiert und durchgeführt.

    Interessierte melden sich telefonisch bei den Helfenden Händen unter 02133 257 919. Es ist keine Vorerfahrung erforderlich. Jeder, der gerne helfen möchte, kann mitmachen. Da die Lotsen in Privathaushalten agieren, ist es erforderlich, dass sie den Koordinatoren ein Führungszeugnis vorlegen.

    Hintergrund:
    Die Idee zum Projekt „Pflegelotsen Dormagen“ entstand aus der Beobachtung, dass es Menschen, die einen Pflegegrad beantragen, schwer fällt, ihren Bedarf zu formulieren und darzustellen. Wenn sich der Gutachter ankündigt, sind die Antragstellenden und ihre Lebenspartner aufgeregt, wissen oft nicht mehr genau, was sie vortragen wollen und welche Tatbestände sie bewogen haben, den Antrag zu stellen oder welche vorliegen müssen, um die Voraussetzung für den Erhalt einer Pflegestufe zu erfüllen. Vorhandene Leiden, Schmerzen und Einschränkungen, die belasten, werden thematisiert, die eigentliche Einschränkung, um die es bei der Begutachtung geht, tritt dahinter zurück. Oder es werden Fähigkeiten durch die Begutachtung mobilisiert, für die im Alltag ansonsten keine Ressourcen vorhanden sind. In den meisten Fällen werden die Antragstellenden von Angehörigen oder Freunden unterstützt. Sozialberaterinnen und Sozialberater stellen aber auch fest, dass es vermehrt Menschen gibt, die auf keine solche Unterstützung am Ort zurückgreifen können.

    Quellverweis DORMAGO
     

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