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Thema: IG Blende 8 - Grundlagen der Fotografie Teil 1: Belichtungszeit und Blende

  1. #1
    Mühlenpilsener Benutzerbild von Coffy
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    Pfeil IG Blende 8 - Grundlagen der Fotografie Teil 1: Belichtungszeit und Blende

    Dann will ich doch direkt mal loslegen mit dem "Fotoquatsch" und geh auch schon tief in die trockenste Theorie - was IMHO nötig ist um ein wenig die "Technik" des Fotografierens zu verstehen. Ich versuche es einfach zu machen...

    1. die Blende:

    Durch die Blende wird die Lichtmenge, die durch das Objektiv fällt, geregelt. Sie ist im Objektiv eingebaut und besteht aus Lamellen, welche sich öffnen oder schließen lassen und somit den Blendendurchmesser verändern.
    Objektive für SLR (Spiegelreflex)- Kameras besitzen meist eine so genannte Springblende. Diese wird entweder erst für die Belichtungsmessung (Arbeitsblendenmessung) oder beim Auslösen (Offenblendenmessung) auf den vorher eingestellten Wert geschlossen. Sonst ist sie ganz geöffnet und man hat immer das hellstmögliche Sucherbild.
    Die größte Blendenöffnung (welche am meisten Licht hindurch lässt), bezeichnet zugleich die Lichtstärke eines Objektivs.

    Zur Beachtung: Bei kleiner werdender Blendenzahl wird die Blendenöffnung größer, d.h. Blende 4 ist also weiter geöffnet (hat einen größeren Durchmesser) als Blende 8.

    Die Blendenzahlen sind in einer Blendenreihe international genormt und lauten
    1,0 - 1,4 - 2,0 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 - 45 - 64 - 90, wobei Blende 1 die größte und Blende 90 die kleinste Öffnung besitzt.
    Nur die Angabe der Lichtstärke (größte Blendenöffnung) kann von dieser Reihe abweichen. Diese wird errechnet, indem man die Brennweite durch den Öffnungsdurchmesser des Objektivs teilt.

    Die Blendenreihe ergibt sich wenn man jeweils die vorherige Blendenzahl mit 1,4 multipliziert, z.B.: Blende 1 x 1,4 = Blende 1,4, Blende 1,4 x 1,4 = Blende 2 (genau Blende 1,96), Blende 1,96 x 1,4 = Blende 2.8 (genau Blende 2,744).
    Ein Kreis, als solcher ist die Blendenöffnung anzusehen, verdoppelt seinen Durchmesser wenn man ihn mit 1,4 multipliziert.
    Somit bedeutet jeweils der folgende oder vorhergehende Wert in der Blendenreihe eine Halbierung bzw. Verdoppelung des Durchmessers der Blendenöffnung. Bei einer konstanten Belichtungszeit ist dies eine Halbierung bzw. Verdoppelung der durch das Objektiv fallenden Lichtmenge.
    Die Blendenreihe wurde ebenso wie die Zeitenreihe mit Zwischenschritten ergänzt, um feinere Abstufungen in der Belichtung zu ermöglichen.

    Die Blende regelt zudem auch die Schärfentiefe (Tiefenschärfe). Als Schärfentiefe bezeichnet man die Ausdehnung des Bereiches, der vom Auge in der Abbildung noch als ausreichend scharf empfunden wird.


    2. die Belichtungszeit (auch Verschlusszeit genannt):

    Sie regelt wie lange der Verschluss geöffnet ist und somit die Dauer, in der das Licht auf den Film/Sensor einwirkt.
    Es gibt eine international genormte Zeitenreihe:
    1 sec, 1/2 sec, 1/4 sec, 1/8 sec, 1/15 sec, 1/30 sec, 1/60 sec, 1/125 sec, 1/250 sec, 1/500 sec, 1/1000 sec, 1/2000 sec, 1/4000 sec.
    Diese Zahlenreihe wurde bei modernen Kameras mit Zwischenschritten (z.B.1/20 sec) ergänzt um feinere Abstufungen in der Belichtung zu ermöglichen.
    Ein Richtwert für die Verschlusszeit um bei Aufnahmen ohne Stativ das Verwackeln zu vermeiden ist der Wert 1:Brennweite, beispielsweise bei einem Objektiv mit 50 mm also 1/50 Sekunde.


    3. Die Lichtempfindlichkeit (ISO/ASA)

    Bei digitalen Kameras lässt sich die Lichtempfindlichkeit meist einstellen, während man bei analogen Kameras die Lichtempfindlichkeit mit dem Film bestimmt. Gängige Werte sind: 50 - 100 - 200 - 400 - 800 - 1600.
    Je höher der Wert ist, um so Lichtempfindlicher ist der Sensor/Film und um so kürzer ist bei gleichbleibender Blende die Belichtungszeit. Leider wird auch die Bildqualität bei zunehmender Lichtempfindlichkeit schlechter. Man spricht in der Digitalfotografie vom sogenannten Bild- oder Farbrauschen (dazu später mehr).

    4. Belichtung


    Die Belichtung bezeichnet das Verhältnis aus Lichtintensität und Dauer der Lichteinwirkung auf den Film/Sensor.

    Die Lichtintensität wird über die Blende, die Dauer der Lichteinwirkung über die Verschlusszeit (Belichtungszeit) gesteuert.
    Um eine korrekte Belichtung zu erhalten müssen Blende und Belichtungszeit im richtigen Verhältnis zueinander stehen.
    Bei Unterbelichtung wurde die Aufnahme mit zu wenig Licht belichtet. Das Bild ist zu dunkel. Zur Korrektur öffnet man entweder die Blende oder verlängert die Belichtungszeit.
    Bei Überbelichtung wurde die Aufnahme mit zuviel Licht belichtet. Das Bild ist zu hell. Zur Korrektur schließt man entweder die Blende oder verkürzt die Belichtungszeit.


    Franks Tipp:


    Bisher viel Theorie zum "manuellen" Fotografieren. Da viele von Euch bisher in den Automatikmodis gearbeitet haben, versucht doch mal die "Zeitautomatik" (auch "Blendenvorwahl" genannt). In diesem Modus stellt man die Blende ein, und darüber die gewünschte Tiefenschärfe. Die Belichtungszeit wird automatisch von der Kamera ermittelt. Sollte die Belichtungszeit für scharfe Fotos zu lang werden, könnt Ihr die Lichtempfindlichkeit ein wenig erhöhen. Spielt so doch mal mit der "Tiefenschärfe" ein wenig rum.

    Da hier viele "Canoniere" unterwegs sind: Der Modus "Blendenvorwahl" ist bei Canon-Kameras überwiegend mit Av gekennzeichnet. Auf den Spiegelreflex-Kameras dieser Marke könnt Ihr diesen Modus über das Programmwählrad einstellen.




    Genug für's erste. Fragen zu diesen Themen beantworte ich gerne, auch wenn etwas nicht verstanden wurde versuche Ich Eure Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Ich hoffe dieses Thema ist schon mal hilfreich für Euch...

    Quelle: http://www.kabor.de/fotograf/belichtung.html
    Geändert von Coffy (16.02.2009 um 22:30 Uhr)

  2. Folgende 5 Benutzer sagen Danke zu Coffy für den nützlichen Beitrag:

    gustlime (16.02.2009), Manni (16.02.2009), Nightwing (17.02.2009), nuts (16.02.2009), Tom69 (17.02.2009)

  3. #2
    Mühlenpilsener Benutzerbild von Coffy
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    Standard AW: IG Blende 8 - Grundlagen der Fotografie Teil 1: Belichtungszeit und Blende

    Hier mal ein Beispiel, was man mit einer "offenen" Blende so machen kann:



    Die Daten zum Bild:
    Kamera: Canon EOS 40D
    Objektiv: Canon EF-S 18-200mm 1:3.5-5.6 IS

    Brennweite: 18mm
    Blende: 5.6
    Belichtungszeit: 1/1000sek.
    ISO: 200
    Belichtungsprogramm: Av (Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik)
    Belichtungskorrektur: +0,7

    Farben usw.: Alles auf Standartwerte der Kamera gelassen
    Aufnahmeformat: RAW

    Das Bild wurde mit Photoshop Elements 6 wie folgt digital bearbeitet:
    - Weissabgleich, Schärfe und Schwarzpunkt angepasst
    - Tonwertkorrektur durchgeführt
    - Formatwandlung von 16Bit RAW in 8Bit JPG

    Dauer der Bildbearbeitung: keine Minute!!!

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