„Google Maps“
„Street view“ sorgt für Irritationen

zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 - 21:27

Grevenbroich Paris, Montmartre, Sacre Coeur: Auf der Treppe der Herz-Jesu-Basilika räkeln sich Touristen in der Sonne, auf dem Vorplatz herrscht reges Treiben. Eine Ansicht, die es so ähnlich bald auch vom Grevenbroicher Marktplatz geben dürfte. Weltweit zu sehen über den Internet-Service „Street view“, mit dem Google sein Straßenkartensystem „Maps“ ergänzt.

Einsatz auf dem Marktplatz : Fahrer Mike Plötner hat die ganze Stadt für den „Street view“-Service von „Google Maps“ aufgenommen. Foto: Stadt



Seit gut zwei Wochen ist ein pechschwarzes Auto des Suchmaschinen-Anbieters in der Schlossstadt unterwegs, mit einer futuristisch aussehenden Kamera werden sämtliche Straßenzüge im 360-Grad-Rundumblickformat durchfotografiert (die NGZ berichtete). Fahrer Mike Plötner ist fast fertig, bis auf einige Landstraßen hat er ganz Grevenbroich im Kasten. Sobald genügend Bilder zusammen sind, sollen Neugierige die Stadt bequem vom PC aus virtuell erkunden können - mitsamt Häusern, Autos und den Menschen, die zum Zeitpunkt des Schnappschusses auf den Gehwegen unterwegs waren.
Und das sorgt für Nachfragen im Rathaus, weiß Stadtsprecher Norbert Häke: „Wir haben in den vergangenen Tagen Anrufe von Bürgern erhalten, die sich von der Google-Kamera in ihrer Privatsphäre beeinträchtigt fühlen. Es gibt Leute, die weder ihre Häuser noch sich selbst im Internet sehen wollen.“ Auch die Politik ist hier am Start: SPD-Mann Holger Holzgräber forderte die Stadt zu einem Check auf. Sie soll überprüfen, ob die Google-Aufnahmen aus datenschutzrechtlichen Gründen statthaft seien und welche Rechte die Bürger hätten.
Die Antwort aus dem Rathaus: „Für ein Verbot der Aufnahmen gibt es keine rechtliche Durchsetzungsmöglichkeit - leider“, bedauert Bürgermeister Dr. Axel Prümm.
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