Testemal

Kultur
| 19.07.2021

Das Kreiskulturzentrum Sinsteden zeigt noch bis zum 18. September die Ausstellung „Grenzgänger – Zöllner und Schmuggler“. Kreisdezernent Tillmann Lonnes, Museumsleiterin Dr. Kathrin Wappenschmidt und Museumspädagogin Manuela Broisch-Höhner präsentieren die Ausstellung, in der Objekte, Fotografien, Projektionen, Filme und Zeitungsartikel den wechselseitigen Einfluss von Zoll und Schmuggel verdeutlichen.

Kreisdezernent Tillmann Lonnes weist darauf hin, dass die Präsentation im Rahmen des Themenjahrs 2021 „Provinz“ des kulturgeschichtlichen Museumsnetzwerkes Rhein-Maas stattfindet. Diesem gehören rund 50 Ausstellungshäuser am Niederrhein und in den benachbarten niederländischen Provinzen an. Das Themenjahr beleuchtet das kulturgeschichtliche Umfeld der römischen Hinterlassenschaft und setzt sich mit Grenzen, Herrschern und Hinterland-Mythen auseinander.

Dr. Kathrin Wappenschmidt betont: „Unsere Ausstellung zeigt, wie sich seit der Antike nicht nur der Zoll, sondern auch die Schmuggler stets auf neue politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegebenheiten eingestellt haben.“ Damit prägten sie auch die Geschichte des Niederrheins zwischen Maas und Rhein. Bereits in der römischen Antike beginnt die Geschichte des Zolls in Germanien: Ab 69 n.Chr. wurden mit der Ausdehnung des römischen Reiches erstmalig auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands Zölle erhoben – sowohl am Limes als im Binnenland an wichtigen Straßen, Flussübergängen und den Häfen. Je höher die Zollgebühren waren, umso verlockender wurde es, Waren nicht zu deklarieren und heimlich über Grenzen zu bringen. Mehrere Jahrhunderte später blühte nach der Neugliederung Europas 1814 mit den vielen kleinen und souveränen Herzogtümern und Königreichen der unerlaubte Warentransport auf, weil es keine gemeinsame Wirtschafts- und Zollpolitik gab. Erst mit dem Deutschen Zollverein, der die zahlreichen Binnenzölle aufhob und Maße und Gewichte vereinheitlichte, entstand ein einheitlicher Wirtschaftsraum, der den Handel erleichterte und den Schmuggel begrenzte.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog „Grenzgänger – Von Zöllnern und Schmugglern“. Auf 104 Seiten werden die Themen Grenzen, Zölle und Schmuggelware behandelt. Die Texte kommen von Manuela Broisch-Höhner, Christian Havenith, Jens Nygaard, Jürgen Schwandt und Dr. Kathrin Wappenschmidt. Der Katalog kostet 10 Euro.

Der Eintritt für die Ausstellung ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/kultur.

 

Hier kann man den Originalbeitrag lesen.